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Der Hovawart ist ein lebendiger, temperamentvoller Hund. Er benötigt, wie alle Hunde, einen entsprechenden täglichen Auslauf und vor allem eine spielerische Beschäftigung. Ein Garten ist immer von Vorteil, wird vom Hovi allerdings nicht gefordert. Wichtiger ist ihm das Beisammensein mit Frauchen und Herrchen, die sich mit ihm beschäftigen.
Hovawarte sind ausgesprochen intelligente Hunde, und ordnen sich nicht so widerspruchslos unter wie zum Beispiel Retriever oder Deutsche Schäferhunde. Ein Hovi muss erst selbst begreifen, warum er etwas machen soll - erst dann macht er es. Diese Eigenschaft macht sich vor allem bei Abrichtekursen bemerkbar (unbedingt empfohlen), bei denen er nicht immer an der Spitze zu finden ist. Aber wenn er von seinem Tun einmal überzeugt ist, dann legt er so richtig los.
Leider ist es der überwiegende Wunsch von Züchtern und auch Haltern, dass ein Hovawart zum Schutzhund geeignet sein muss, weshalb in der Zucht auf den Beute- und Wehrtrieb Wert gelegt wird. Womit der Hovi - leider - auch zum Jagen neigt. Dem "Urhovi" hingegen fehlte der Jagdtrieb, was ich persönlich für eine gute Eigenschaft halte.
Übrigens: Nicht alle Hovis schwimmen gerne! Im Sommer sind sie ziemlich hitzeempfindlich (keinesfalls im Auto lassen!), dafür können Sie in der kalten Jahreszeit gar nicht oft genug im Freien sein.
Der Hovawart erfüllt mit seinen Eigenschaften eigentlich alles, was man von einem echten Hund erwartet. Und wenn es Züchter auch nicht gerne hören: Rüden sind fast immer etwas rüdiger als andere Hunde, und die Hündinnen sind schlitzohrig. Angst ist ziemlich unbekannt, und der Hund, der mit einem Hovi "anhängt", kann seine blauen Wunder erleben.
Beim Spielen mit anderen Hunden ist er rau und derb - am besten spielen Hovis mit ihresgleichen. Oder er stößt auf die gleiche "Wildsau".
Andererseits: Man kann einen Hovawart überall mit hin nehmen, er ist ein angenehmer, friedvoller Begleiter, der sich zu benehmen weiß und man ist mit ihm so gut wie überall gerne gesehen.
Außerdem: Hovis sind "Spätzünder", d.h. sie werden erst in einem Alter von ca. 3 Jahren erwachsen. Man hat damit die Freude, lange einen jungen Hund zu haben. Aus diesem Grunde soll man sie auch bei der Ausbildung nicht überfordern, weil eben alles ein bisschen länger braucht.
Hovawarte sind ausgesprochen kluge Hunde mit einer entsprechenden Portion Eigensinn. Sie benötigen eine konsequente, kompromisslose, aber einfühlsame und liebevolle Erziehung, denn sie bemerken jede Schwachstelle mit einer unfehlbaren Sicherheit und nützen diese sofort weidlich aus. Wenn es also "Platz" heißt, dann muss der Befehl auf Biegen und Brechen auch vom Hund durchgeführt werden.
Ein Abrichtekurs sei jedem Hovi-Halter unbedingt ans Herz gelegt und man sollte dabei keinen allzu großen Ehrgeiz entwickeln. Die Leistungen eines Hovawarts können trotzdem durchaus beachtlich sein. Eine Begleithund 1 (BGH-1) Prüfung soll jedenfalls abgelegt werden (das gilt für alle Hunde, auch kleine). In Österreich bietet man auch die BGH-A, eine leichtere Form der BGH-1, an. Diese packt ein Hovi spielend. Mit der BGH-A erlässt einem z.B. die Stadt Wien für ein Jahr die halbe Hundesteuer.
Erwarten sie aber auf dem Abrichteplatz vom Junghovi nicht zuviel. Er ist, wie bereits erwähnt, ein Spätzünder. Also nicht ungeduldig werden. Er wird sie schon nicht enttäuschen. Falscher Ehrgeiz kann nur schaden und dieser Satz sollte besonders jenen ans Herz gelegt werden, die da meinen, bereits einen Hovi mit 8 Monaten zum Schutzhund ausbilden zu müssen. Leider gibt es solche Fälle.
Beobachten Sie auch Ihren Hund auf seine Anlagen. Wenn es ihm Spaß macht (und Sie rüstig sind), machen Sie mit ihm auch Agility bzw. Breitensport oder gehen Sie mit ihm auf einen Fährtenkurs. Hovis haben eine exzellente Nase!
Nochmals: Ein Hovawart muss absolut konsequent erzogen werden, aber mit gezeigter Zuneigung. Auch das gilt für alle Hunde, aber für Hovawarte besonders.
Rüde oder Hündin?
Persönlich ziehe ich Hündinnen vor, trotz der lästigen Läufigkeit und der hin und wieder auftretenden Scheinträchtigkeit. Ich finde eben, dass Rüden das ganze Jahr läufig sind...
Trotzdem möchte ich bei der Frage, Rüde oder Hündin, keine Präferenzen setzen. Ein Rüde ist optisch "mächtiger", während Hündinnen naturgemäß von kleinerer Statur sind. Wird ein Hund in einer Stadt gehalten, so würde ich jedenfalls eine Hündin vorziehen. Durch das ständige Markieren des Rüden an Hausecken, Autos usw. kann man sich sehr rasch den Unmut der Umgebung und seiner Mitmenschen zuziehen.
Bei dieser Gelegenheit: Es versteht sich wohl von selbst, dass der Hund seine Geschäfte immer nur dort verrichtet, wo er es darf und soll. Also zum Beispiel im Rinnsal. Es ärgert mich jedes Mal maßlos, wenn auf den Gehsteigen der Hundekot herumliegt. Darunter leidet das Image aller Hundebesitzer und letztendlich auch der Hunde.
Intelligenz
Wie viele Hundebesitzer sich wohl ständig fragen, ob ihr Hund intelligent ist? Wahrscheinlich die meisten. Und wer gibt schon freiwillig zu, einen "doofen" Hund zu besitzen? Hier verhält es sich genauso wie mit den eigenen Kindern. Natürlich sind sie die Klügsten.
Auch wenn es nicht so ist.
Über die Intelligenz von Hunde gibt es eine Reihe von Bücher, eine Unmenge an Fachartikeln und etliche "Tests". Wie weit sie aussagekräftig und ernst zu nehmen sind, hängt jeweils vom "tierischen" Verständnis der Verfasser ab. Weil wir eben allzu gerne dazu neigen, unsere vierbeinigen Freunde mit menschlichen Maßstäben zu messen.
Gerne werden auch angeborene Eigenschaften und Verhaltensweisen mit Intelligenz verwechselt. Aber so hat das Zusammentreiben von Schafen eines Border Collies genau so wenig mit Intelligenz zu tun wie das Bringen einer Beute von einem Jagdhund. Hier kommen nur angeborene Eigenschaften und Zuchtmerkmale zum Tragen, wenn auch angemerkt sein muss, dass der Border Collie durchaus zu den intelligenten Hunderassen zählt.
Wer sich ausführlich über die Intelligenz der Hunde befassen möchte, der soll jedenfalls Einschlägiges lesen. Hier fehlt jedenfalls der Platz dazu.
Und wenn Sie jetzt fragen, wie es um die Intelligenz der Hovawarte bestellt ist, so lautet die Antwort (siehe oben): Natürlich sind sie die – fast – intelligenteste Hunderasse der Welt.
Aber Spaß beiseite. Der Hovawart zählt, durchaus anerkannt, zu den intelligenten Hunden. Das äußert sich vor allem durch sein ständiges "mitdenken". Sie können ihn ein-, zweimal mit etwas austricksen, beim dritten Mal fällt er ihnen garantiert nicht mehr rein.
Dieses "Mitdenken" ist z.B. beim Abrichten etwas problematisch. Will er doch von dem, was er tun soll, überzeugt werden.
Hier unterscheidet er sich wesentlich von anderen Hunden (etwa den Deutschen Schäferhunden), die in der Regel alles bedingungslos durchführen, was ihnen befohlen wurde. Ob ein solches Verhalten intelligent – im menschlichen Sinne – ist, wage ich zu bezweifeln. Oder halten Sie einen Menschen für intelligent, der alles sofort macht, was man ihm sagt? Da haben sie es eher mit einem "nützlichen Idioten" zu tun...
Ein Hovawart wird auch Sie, als Halter, scharf beobachten. Und sehr rasch Ihre Schwachstellen orten. Um dann diese beinhart auszunützen.
So handelt nur, finde ich, ein intelligenter Hund.
Aber er wird bei einigen Punkten sogenannter Intelligenztests oft versagen. Z.B. "Legen Sie ein Leckerli unter ein Handtuch und stoppen Sie die Zeit, wie lange er benötigt, um dieses hervorzuholen."
Klug wie er ist, wird Ihnen der Hovi im Regelfall was husten. Weil er genau weiß, dass Sie das Leckerli sowieso wieder hervorholen.
Alsdann, wie gesagt: Ein Hovawart ist ziemlich intelligent und somit auch eine Herausforderung für seine Halter.
| Die Eigenschaften, kurz gefasst: treu, sehr guter Wachhund (stellt, ist Fremden gegenüber misstrauisch, muss überzeugt sein, dass alles in Ordnung ist), unbestechlich (auch die Annahme von Leckerlis verpflichtet zu gar nichts), familienfreundlich, veträgt sich gut mit anderen Tieren, sehr guter Begleithund, exzellenter Geruchssinn (eignet sich bestens für Fährtenarbeit), intelligent, dadurch etwas eigenwillig, mehr oder weniger ausgebildeter Beutetrieb. |