Über den Sinn von Hundeausstellungen (wie auch von anderen Tieren) kann man sicher debattieren. Das trifft aber auch für Misswahlen zu. Tatsächlich sind solche Ausstellungen manchmal ein Jahrmarkt der Eitelkeiten mit all seinen Auswüchsen, oft zu Lasten der ausgestellten Hunde. In Österreich gibt es bereits Einschränkungen, so ist z.B. das Besprühen mit Farbe verboten und auch das berüchtigte "Halsen" bei Fox-Terriern (die Richter schätzen lange Hälse bei dieser Rasse, weshalb sie an einem "Galgen" gestreckt werden) wurde eingeschränkt. Eigentlich gehört dieser Unfug als Tierquälerei verboten. Gott sei Dank ist man bei Hovawarten nicht so eitel - ordentlich durchkämmen genügt. Wer züchten möchte, der muss sogar Pflichtausstellungen absolvieren. In Österreich muss der Hovi jeweils bei einer internationalen und nationalen Hundeausstellung mindestens mit der Bewertung "sehr gut" abschneiden. Ich finde, dass mehr gar nicht nötig ist. Schließlich hat man ja einen Hund und kein Ausstellungsstück. Wer anderer Meinung ist, sollte sich selbst einmal im Spiegel betrachten, ob er allen Schönheitsidealen entspricht... Ein Tipp: Machen Sie nur bei Ausstellungen mit, die auch eine "Sonderausstellung" der Hovawarte ausweisen. Da gibt es eine(n) eigene(n), sachverständige(n) Hovawart-Richter(in) und einen eigenen Ring. Bei anderen Ausstellungen müssen Sie sich einem Allgemeinrichter unterwerfen, der oft einen Hovi nicht von einem Feldhasen unterscheiden kann. Dementsprechend sind auch die Beurteilungen. Abschließend sollte dennoch gesagt sein, dass Rassehundeausstellungen eine gute Gelegenheit für die Besucher sind, sich über die einzelnen Rassen zu informieren. Deshalb sei den Ausstellern die Pflicht ans Herz gelegt, bis zum Ende der Ausstellung mit seinem Hund zu verweilen. Denn gar zu oft stehen zahlende Besucher vor leeren Ringen und Kojen und sind dementsprechend verärgert. Wer mit seinem Hovi züchten bzw. einmal einen Wurf haben möchte, muss sich einer "Pflichtkür" unterwerfen. Dazu gehören Ausstellungen (siehe vorher) genauso dazu wie das Ablegen einer Jugendbeurteilung und Zuchttauglichkeitsprüfung. Dabei wird nach verschiedenen Kriterien auch die so genannte Wesensfestigkeit beurteilt. Selbstverständlich muss die "Optik" stimmen. Allerdings, und das ist das Erfreuliche, wird bei den Hovawarten in erster Linie auf Gesundheit und Wesensfestigkeit Wert gelegt. Das Aussehen selbst kommt zuletzt. Genaue Auskünfte dazu erteilt in Österreich der "Österreichische Klub der Hovawartfreunde". Man kann sich auch aber ruhig an den deutschen Bestimmungen orientieren, da diese auch in Österreich übernommen wurden.
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