"Man kann einen Hund kaufen, aber nicht sein Schwanzwedeln."
Was kostet ein Hovi eigentlich? Wer sich einen Hund nur aus dem Gesichtspunkt der Kosten anschafft, sollte es lieber bleiben lassen. Man erwirbt ja keine Ware aus dem Diskontmarkt, bei dem man die Preise vergleicht. Andererseits sollte man den Kostenfaktor bei der Überlegung, einen Hund zu erwerben, durchaus beachten. Immerhin kommt ein Hund, realistisch betrachtet, recht teuer und kaum jemand kann ausschließen, dass sich eine persönliche finanzielle Situation im Laufe vieler Jahre rapid zum Schlechten verändern kann. Und es sind nicht nur die laufenden Kosten, die es zu berücksichtigen gilt, sondern auch die unvorhersehbaren, die z. B. durch eine abrupte schwere Krankheit des Hundes, aber auch durch einen Unfall, auftreten können. Der Anschaffungspreis (in Österreich) mag vorab mit rund ca. 1.200 Euro recht hoch erscheinen, allerdings wachsen Hovis nicht auf Bäumen, sondern bei Züchtern, die gerade bei dieser Rasse sehr strengen Kriterien unterworfen sind. Ein Vergleich sei gestattet: Es gibt andere Rassen, bei denen man noch mehr verlangt und die bei weitem nicht den Gesundheitsstandard der Hovawarte erreichen. Oder haben sie schon mal irgendwo einen HD-freien Golden Retriever gesehen? Ist der Welpe einmal im Haus, bedarf des zumindest einer Grundausstattung. Halsband, Leine, Futter- und Wassernapf, Spielzeug, Hundedecke, Decke, Gitter oder Netz fürs Auto gehören dazu. Der Hund wächst rasch und bald ist eine stärkere Leine und ein größeres Halsband (bzw. ein Brustgeschirr, empfehlenswert!) notwendig. Selbstverständlich laufen auch Tierarztkosten an. Jährliche Impfungen und Entwurmung und sicher zumindest mit ein paar zusätzlichen Kleinigkeiten (z. B. Durchfall, Verletzungen) muss man rechnen. Es versteht sich, dass der Hund eine Grundausbildung benötigt. Welpenkurs und ein Grundkurs schlagen sich samt Fahrtkosten zum Abrichter zu Buche. Als ordentliche/r Hundehalter/in schließt man natürlich eine Hundehaftpflichtversicherung ab. Schon im eigenen Interesse. Man stelle sich vor: der Hund reißt sich los, läuft über eine Straße und ein Autofahrer verreißt sein Fahrzeug und kracht in andere Fahrzeuge rein. Der Schaden, für den Sie haften, kann enorm sein und sie ruinieren. Aber es reicht auch schon, wenn Ihr Liebling plötzlich die Zuneigung zu einer wildfremden Dame entdeckt und ihr beim Raufspringen das neue Chanel-Kostüm zerfetzt. Sie haften dafür. Besser, die Versicherung bezahlt. Nicht vergessen sollte man die Hundesteuer, die von Ort zu Ort verschieden sein kann. In Wien beträgt sie derzeit (2001) 600 Schilling pro Jahr, wobei allerdings ein Jahr bei Nachweis einer Hundeausbildung nachgelassen wird. Ein unangenehmes Thema sind die stinknormalen (Abnützungs)Schäden, die ein Welpe oder Junghund beim Spielen in der Wohnung anrichten kann. Unsere Kora zerkiefelte zum Beispiel genussvoll die Ränder eines kleinen Orientteppichs. Sie hatte halt Geschmack... Möbel, Sesselbeine oder umgeworfene Lampen sollen auch recht reizvoll sein, von Schuhwerk einmal abgesehen. Zuguterletzt sind wir bei den Futterkosten angelangt. Kaum zu glauben, aber ein Tatsache: So ein Hund will auch ernährt werden. Billigfutter hin oder her - rund 20 1,45 Euro muss man schon veranschlagen. Beim Junghund wird es etwas mehr sein, beim Alten ebenfalls (Diätfutter). Rechnet man diese Kosten auf ein angenommenes Hundeleben von 12 Jahren auf, kommt man auf etwa 11.000 Euro Gesamtkosten. Nachstehen eine kleine Tabelle zur Orientierung, die Angaben (in Euro, gerundet) sind natürlich nur ungefähr, die Annahme sind 12 Jahre Hundeleben:
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Keine Frage, dass man diese Kosten auch auf andere Rassen umlegen kann, wobei bei manchen noch andere Belastungen dazukommen können. Zum Beispiel die regelmäßige Fellpflege. Manche Hunde neigen auch zu bestimmten Krankheiten. Ein Bekannter hat mir vor kurzem gesagt, dass ihm sein Dobermannrüde bereits rund 5.800 Euro an Tierarztrechnungen gekostet hat. Durch den langen Hals ist diese Rasse am Genick sehr empfindlich. Und viele Retrieverbesitzer können ein Lied davon singen, was das schmerzfreie Leben eines HD-kranken Hundes kosten kann. Aber auch vor "normalen" Krankheiten sind weder Hund (noch Mensch) gefeit. Unsere erste Hündin (Schäfer) erkrankte an einem Lebertumor. Wöchentlich waren zwei Tierarztbesuche angesagt. Wobei bemerkt sein muss, dass der Tierarzt eines Tages nur mehr die Medikamentenkosten verrechnete und auf sein Honorar verzichtete. Doch nicht jeder handelt so, und man kann es auch nicht verlangen. Doch bei all diesem Gequatsche ums Geld sollte man eines keinesfalls außer acht lassen: Man erwirbt eben nicht nur einen Hund, sondern einen Lebensgefährten und ein Familienmitglied. Eines, das einen garantiert immer liebt und zu einem steht. Lässt sich so etwas überhaupt bezahlen?
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