Stuttgarter Hundeseuche, Hundetyphus, Leptos canicola
Leptospirose ist eine ansteckende Krankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Sie ist auf Hunde, andere Tiere und den Menschen übertragbar.
Beschreibung Die Inkubationszeit beträgt 5-20 Tage. Es treten ikterische, urämische und gastrointestinale Formen auf. Ikterische Form: Sie beginnt mit hohem Fieber, das bereits nach 2 Tagen wieder absinkt. Es treten Verfärbungen der Lidbinde- und Maulschleimhäute auf. Am 6-7 Tag kommt es auch zu Gelbfärbungen am Unterbauch und Schenkelinnenseiten. Die Hunde reagieren empfindlich auf Druck in Leber- und Nierengegend. Der Harn ist bräunlich gefärbt und zeigt beim längeren Stehen an der Luft einen grünlichen Farbumschlag. Im Laufe der Erkrankung treten Apathie, Inappetenz, Erbrechen und Durchfälle (gelegentlich Blutbeimengungen) auf. Urämische Form: Diese Form tritt meist bei älteren Hunden auf und beginnt ebenfalls mit einem Temperatursprung. Auch hier sind Apathie, unstillbares Erbrechen und Inappetenz ausgeprägt, dadurch werden die Tiere völlig erschöpft. Die Tiere bekommen einen klammen, gespannten Gang und einen gekrümmten Rücken. Die Lendengegend ist druckempfindlich und die Schleimhäute schmutzigrot gefärbt, besonders an der Backenschleimhaut und am Zungenrand wird diese mitunter ins bräunliche gefärbt. Meist treten an der Maulschleimhaut vorerst leichte Erosionen auf und gehen später zu tiefgehenden, weitflächigen in graugrüne nekrotische Beläge über und neigen zu Geschwüren. Am Zungenrand kommt es zu geschwürigen Zerfallserscheinungen (Stummelzunge). Die Tonsillen sind oft entzündet. Gastrointestinale Form: Diese Form ist der der urämischen sehr ähnlich. Hier werden unstillbare und blutige Brechdurchfälle beobachtet. Die Prognose ist bei diesem Verlauf am günstigsten. Die Leptospirose kann auch chronisch auftreten. Hierbei kommt es zu unbestimmten Erscheinungen. Es treten Mattigkeit, Inappetenz auf. Langanhaltende Magen- Darm- Affektionen können Anzeichen einer Leptospirose sein. Die Krankheit hält meist 3 Wochen an. Erreger Bei dem Erreger handelt es sich um Bakterien. Sie gehören zu der Gattung der Leptospira. Die Leptospiren haben einen feingewundenen Körper, der aus Achsenfäden (in 20 Primärwindungen aufgewundene Protoplasmaspirale) besteht. Die Größe beträgt 3-30x0,06µm. Sie sind in Hitze und in der Trockenheit unbeständig. In der Kälte und im Wasser allerdings resistent. Vorkommen und Ausbreitung Diese Krankheit ist weltweit verbreitet! Bekämpfung u. Behandlung Streptomyzin wird zur Behandlung benötigt. Auch eine kombinierte Penizillin-Streptomyzin-Therapie ist erfolgreich. Wenn keine Besserung eintritt (2-3 Behandlungstag) wird auf Terramyzin oder Aureomyzin umgestellt. Durch Kochsalzlösungen werden Erbrechungen positiv beeinflusst. Auch Traubenzuckerlösungen, Methionin-Injektionen und Kardiaka zeigen positive Ergebnisse. In den ersten Tagen wird dem Tier die Nahrung entzogen, dann mageres, kleingehacktes Fleisch mit Reisschleim (kleine Mahlzeiten). Im Frühstadium kann die Behandlung mit Leptospiroseserum (Dosen oder in Kombination mit Antibiotika) erfolgen. Prophylaxe (Vorbeugung) Regelmäßige Impfung der Hunde mit aktuellen Impfstämmen. Die erkrankten Hunde müssen isoliert werden. Die Käfige und Räume der erkrankten Tiere sind zu reinigen und desinfizieren. Personen, die die Hunde pflegen müssen seuchenhygienische Maßnahmen einhalten.
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