Tollwut - (Lyssy, Rabies)
Bei der Tollwut handelt es sich um eine virusbedingte Infektionskrankheit, welche vorwiegend Säugetiere befällt und selten auch Vögel.
Das Tollwutvirus wird von einem Hauptwirt beherbergt, dies können insbesondere Hunde, Füchse und Fledermäuse sein. Durch sie werden weitere Tiere infiziert. Die intakte Haut wird vom Virus nicht durchdrungen. Eine Möglichkeit der Infektion besteht durch die unverletzte Schleimhaut (Nase, Mund). Die entscheidende Rolle für eine Ansteckung spielt die Bißverletzung. Die Inkubationszeit ist abhängig von der Lage der Infektionsstelle und der Virusmenge und schwankt zwischen 2-8 Wochen, beim Pferd bis zu einem halben Jahr. Die Krankheitsdauer beträgt 1-7 Tage. Klinik Hund: Man unterscheidet die rasende und stille Wutform. 1. rasende Wutform: beginnt mit Wesensveränderungen, die Tiere werden unruhig, bellen unmotiviert und zeigen eine allgemeine Übererregbarkeit. Der Geschlechtstrieb wird gesteigert. Zunahme der Erregbarkeit, diese zeigen sich durch Entweichen und Angriffslust. Nach diesem Stadium setzen Lähmungen ein, diese zeigen sich durch heiseres Bellen, Speichel mit Erstickungsanfällen, Herabhängen des Unterkiefers mit evtl. Vorfall der Zunge und zunehmender Nachhandlähmung bis zum Festliegen. 2. stille Wutform: Die Anfangssymptome, wie bei der rasenden Wut, gehen rasch in Lähmungen über. Es können beim Krankheitsverlauf Krämpfe auftreten. Selten kommt es auch zur rekurrierenden Tollwut, bei dieser bessern sich zunächst die klinischen Anzeichen, treten aber erneut auf und führen dann zum Tod. Erreger Das Tollwutvirus gehört zur Familie der Rhabdoviren. Es besitzt eine geschoßförmige Gestalt und besteht aus 2 unterschiedlich dichten Membranen, welche ein helikales Nukleokapsid umhüllen. Das Tollwutvirus ist wärmeempfindlich und nicht resistent im ultra violettem Licht. Es verträgt allerdings Kälte, Trockenheit und sogar Fäulnis. Vorkommen und Ausbreitung Diese Infektion ist weltweit verbreitet! Australien, so wie einige weitere Inseln sind auf Grund ihrer Lage Tollwut frei. Finnland, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Irland, Portugal, Malta, Zypern und Bulgarien sind ebenfalls von Tollwut befreit. Bekämpfung u. Behandlung Behandlungsverbot bei tollwutkranken oder tollwutverdächtigen Tieren! Meldepflichtig! Bei Verdacht Tierarzt bzw. Amtstierarzt informieren! Tollwutverdacht besteht auch dann , wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigen Tier nur vermutet wird. In einem solchen Fall kann die Tötung angeordnet werden. Nur Tiere mit Impfschutz können bei einem Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigen Tier erneut geimpft werden. Eine Tötung wird in der Regel dann nicht angeordnet. Quarantäne spielt eine wichtige Rolle in der Bekämpfung von Tollwut. Beschränkung der Bewegungsfreiheit von Hund (und Katze). Prophylaxe (Vorbeugung) Bekämpfung der Fuchstollwut durch Dezimierung der Füchse. Impfung der Füchse mittels Impfköder. Regelmäßige Impfung der Haustiere! Achtung! Nach Tierbissen (insbesondere Hund, Katze und Wildtiere) den Hausarzt konsultieren. Grenzkontrollen
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